Alabama umfaßt eine Fläche von 50.750 Quadratmeilen (= 131.443 Quadratkilometer) und hat damit knapp 37 % der Fläche der Bundesrepublik Deutschland. Umgekehrt bedeutet das, daß Deutschland etwa 2,7 mal so groß ist, wie Alabama. Alabama zählt 4.540.000 Einwohner, davon 71,1 % Weiße, 26 % Afro-Amerikaner und 1,7 % Latinos. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Alabama der 22st-größte, gemessen an der Fläche der 30st-größte Bundesstaat der USA. Alabama trat als 22. Staat am 14. Dezember 1819 dem Staatenbund bei. Hauptstadt ist Montgomery mit 201.000 Einwohnern. Größte Stadt ist Birmingham mit 236.000 Einwohnern, gefolgt von Montgomery (201.000), Mobile (199.000) und Huntsville (164.000). Die Bevölkerungsdichte in Alabama beträgt 87 Menschen pro Quadratmeile (Deutschland: 596 Menschen pro Quadratmeile) und liegt damit fast um das siebenfache unter der deutschen Bevölkerungsdichte.

Alabama besteht aus 67 Kreisen, sogenannten Counties, die jeweils eine eigene Kreisstadt haben. Fast jedes öffentliche Amt in Alabama wird durch eine öffentliche Wahl vergeben. So werden in zahlreichen Kreisen neben dem Sherriff, den Richtern, dem Schulausschuss, und der Kreiskommission auch der Schuldezernent, der Amtsleiter der Steuerbehörde, und der Leichenbeschauer gewählt. Der Sherriff kann jede Person, die nicht Immunität besitzt (wie z.B. Senatoren, Abgeordnete oder ausländische Diplomaten) verhaften. Doch wer kann den Sherriff verhaften? Nein, nicht das FBI, auch nicht die Nationalgarde oder der Geheimdienst. Die einzige Person, die den Sherriff verhaften kann, ist der Leichenbeschauer.

Selbstverständlich gibt es auch wichtigere öffentliche Ämter, insbesondere auf Bundes- und Landesebene, die zur Zeit von folgenden Personen bekleidet werden: Der Gouverneur (Governor) des Staates Alabama ist zur Zeit Robert J. Bentley (Republikaner), sein Stellvertreter, der Lieutenant Governor (wird übrigens völlig separat gewählt) ist Kay Ivey (Republikaner). Alabama wird im US Senat durch Jeff Sessions und Richard Shelby (beide Republikaner) vertreten und ist im US House of Representatives mit sieben Abgeordneten vertreten. Die Landesverfassung (State Constitution) von Alabama stammt aus dem Jahre 1901 und ist die längste und überholteste Verfassung, die es in den USA gibt. Zahlreiche Versuche, eine neue Verfassung zu beschließen, sind in den letzten Jahren gescheitert.

Es wird angenommen, daß Spanische Entdecker erstmalig im Jahre 1519 in der Bucht von Mobile gelandet sind. Sicher ist, daß im Jahre 1540 der Spanische Entdecker Hernando de Soto Alabama durchstreift hat. Die erste dauerhafte europäische Besiedlung in Alabama entstand wurde von französischen Siedlern im Jahre 1702 begonnen. Sie errichteten das Fort Louis de la Mobile, die heutige Hafenstadt Mobile. In 1763 übernahmen nach dem Vertrag von Paris für kurze Zeit die Briten die Kontrolle über das Terretorium, mußten nach dem gegen die britischen Kolonien verlorenen Unabhängigkeitskrieg das Land aber bald wieder verlassen. Nach zwischenzeitlicher Kontrolle durch die Spanische Krone trat das 1817 formierte Alabama Terretorium am 14. Dezember 1819 den Vereinigten Staaten bei. Uneinig über die Rechte der einzelnen Bundesstaaten und die Einflußnahme der Bundesregierung, ein Disput, der in der Frage um die Abschaffung der Sklaverei zum Konflikt wurde, trat Alabama am 11. Januar 1861 nach South Carolina, Mississippi und Florida als vierter Staat aus der Union aus. Einige Wochen später wurden in Montgomery die „Confederate States of America“ gegründet, und Montgomery wurde zur Hauptstadt der neu gegründeten Konföderation.

Im Nordwesten von Birmingham liegt der „kleinste Staat“ der USA, den man jedoch in keiner Verfassung findet. Der „Free State of Winston“ war ein Teil der Südstaaten, der sich zur Zeit des Bürgerkrieges nicht mit den Interessen der restlichen Südstaaten identifizieren konnte. Er drohte mit dem Austritt und gründete sogar ein eigenes Regiment, das 3 Jahre auf Seiten der Nordstaaten kämpfte. Im Jahre 1955 erregte eine andere „dickköpfige“ Person Aufsehen in den USA - Rosa Parks, eine Farbige aus Montgomery, weigerte sich, ihren Platz im Bus für einen weißen Mann frei zu machen. Sie rief mit dieser Handlung die Menschenrechtsbewegung ins Leben, die noch heute für die gleichen Rechte von Schwarzen und Weißen in den USA kämpft. Eines der aufsehenerregendsten Ereignisse im Kampf um die Gleichstellung der Rassen war der Marsch von Selma nach Montgomery im Jahre 1965. Nicht weniger bekannt war die Verwährung des Zugangs fünf schwarzer Studenten zu der University of Alabama, denen sich der damalige Governor, George Wallace, persönlich in den Weg stellte, worauf Robert F. Kennedy, damals Justizminister, die Nationalgarde mobilisierte.

Alabama war einst einer der führenden Baumwollstaaten in den USA, doch auch hier sind die Tage von „King Cotton“ vorbei. Erwerbszweige wie die stahlverarbeitende Industrie, Ölgeschäft, Papierproduktion, chemische Industrie und -seit einigen Jahren- die Automobilindustrie spielen heute eine weit größere Rolle. Neben Baumwolle werden auch Erdnüsse und Pfirsiche, Mais, Sojabohnen, Kartoffeln und Getreide angebaut. Der einzige Hafen ist Mobile. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt durchschnittlich ca. USD 19.500 netto. Die Arbeitslosigkeit beträgt etwa 5,7 % der Erwerbsfähigen. Die Einnahmen durch Tourismus liegen bei etwa 3,5 Milliarden Dollar. Die Mehrwertsteuer des Staates Alabama beträgt 4 %. Hinzu kommt dann noch die Mehrwertsteuer der Kommunen, die meistens bei 2-5 % liegt. Insgesamt also etwa 6-9 % Mehrwertsteuer.

Sehenswert ist in Alabama vor allem die Golfküste und der Ort Mobile. Dort kann man Häuser und Alleen bewundern, die für den Süden so typisch sind. Einen Schritt in die Zukunft kann man im US Space and Rocket Center in Huntsville machen, wo man einen Raumflug simulieren oder in einem überdimensionalen Taucherbecken die Schwerelosigkeit nachempfinden kann. Huntsville ist auch der Sitz der NASA und des Space Missle Commands der US Army. Das Redstone Arsenal ist fast ebenso groß wie die Stadt Huntsville und ist einer der wichtigsten Stützpunkte der US Army. Hier werden Einzelagregate, wie z.B. Triebwerke und Steuerungsmodule für das gesamte US Raumfahrtprogramm gefertigt, einschließlich erheblicher Teile der International Space Station, aber auch verteidigungsstrategische Waffensysteme, wie zum Beispiel die im Golfkrieg eingesetzte Patriot Missle, die feindliche Raketen noch während des Anflugs zerstört. Kein Wunder, daß Huntsville nach Seattle (Sitz von Microsoft) die zweitgrößte Bevölkerungsdichte an Ingenieuren hat. Zuletzt haben in Huntsville über 6.000 Ingenieure gearbeitet (Rentner nicht mitgezählt).

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis liegt im Schnitt bei 1:15. Das Nettoeinkommen eines Lehrers lag 2000/01 bei 36.000 $ pro Jahr. Das State Motto lautet: „Audemus jura nostra defendere“ („We dare defend our rights“). Die State Flower ist die Camellia, der State Bird ist der Yellowhammer, der State Tree ist die Southern Pine. Der State Song heißt „Alabama“. Das Klima in Alabama ist gekennzeichnet durch heiße, schwüle Sommer mit subtropischem Klima und milde, kurze Winter, nur selten mit Schnee. Alabama wird im Frühjahr und Herbst häufig von Tornados heimgesucht, die manchmal erheblichen Schaden anrichten. Typisch für das Klima sind die kurzen, aber sehr heftigen Gewitter und die subtropischen Regenfälle, die innerhalb kürzester Zeit Straßen, Gebäude und Parkflächen unter Wasser setzen können.

Alabama ist an verschiedenen Stellen von deutschem Einfluß geprägt worden. Auf halber Strecke zwischen Huntsville und Birmingham begründete der aus Deutschland (Frankweiler) stammende Offizier Kuhlmann um 1873 eine Besiedlung, die später nach ihm benannt werden sollte: Cullman ist noch heute Heimat für viele deutschsprachige Familien. Um 1875 ließen sich ebenfalls aus Deutschland (Metten) stammende Benediktinermönche dort nieder, um den deutschsprachigen Katholiken zu dienen. In Cullman gründeten sie um 1891 die „St. Bernhard Abtei“, die sich bis heute zu einem großen Kloster mit angegliederter Privatschule entwickelt hat.

In Huntsville wurden nach dem 2. Weltkrieg die deutschen Raumfahrtwissenschaftler um Wernher von Braun angesiedelt, die vor und während des Krieges für die deutsche Rüstungsindustrie geforscht hatten. In Alabama fanden sie eine neue Heimat und haben ganz wesentlich dazu beigetragen, daß die USA heute in der Weltraumforschung so weit vorn liegen. Mit ihnen kamen zahlreiche wissenschaftliche Assistenten und Ingenieure und all deren Familien aus Deutschland nach Huntsville. Auch heute finden sich in Huntsville zahlreiche Familien, die ihre Wurzeln in Deutschland haben.

Die jüngste deutsche Besiedlung entstand in Folge des Baus eines Mercedeswerks zwischen der alten Universitätsstadt Tuscaloosa und Birmingham. Der winzige Ort Vance wurde Ende 1993 von dem deutschen Automobilhersteller als neue Produktionsstätte ausgewählt. Schon bald nach der Grundsteinlegung für das Werk wurden zahlreiche Angestellte im Management-, Entwicklungs- und Ingenieursbereich von Deutschland nach Alabama versetzt, um beim Aufbau des Werks mitzuwirken. Inzwischen sind sehr viele Familien nach Tuscaloosa und in die Umgebung gezogen, was dazu geführt hat, daß die Schulen deutsche Schüler in allen Altersstufen haben. Seit einigen Jahren siedeln sich auch Zuliefererbetriebe im Norden Alabamas an, von denen viele ebenfalls deutsche Mutter- oder Schwesterfirmen haben. Die Schaffung von über 7.000 Arbeitsplätzen in der Produktion und bundes weiteren 15.000 Arbeitsplätzen im Zuliefererbereich und bei der Tochterfirma Chrysler Electronics hat für die Region einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung bewirkt, weshalb die meisten Einwohner Alabamas Deutschland und seinen Bewohnern sehr gut gesonnen sind.